Grüne kritisieren Main-Kinzig-Kreis: Erst eigene Versäumnisse beseitigen

„Unter den beschriebenen Bedingungen kann ein Schulstart am Montag unter keinen Umständen stattfinden“, sagt Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen Main-Kinzig. Er bezieht sich auf eine Pressemitteilung der Kreisverbände Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie des Verbandes Bildung und Erziehung Main-Kinzig. „Dort werden katastrophale hygienische Bedingungen an Schulen des Kreises aufgezählt, die einen sicheren Schulstart für alle Beteiligten fast unmöglich erscheinen lassen.“

„Der MKK rühmt sich, alle Schulen bestens versorgt und vorbereitet zu haben, um den Herausforderungen der Schulöffnung Herr werden zu können. Die großspurigen Erklärungen des MKK, alles für einen reibungslosen Schulbeginn getan zu haben, löst bei den in der Schule arbeitenden Kolleginnen und Kollegen Empörung aus“, heißt es in der Pressemitteilung von Gewerkschaft und Verband. Unterstützung kommt hier von der Grünen Kreistagsfraktion: „Keine Seife, fehlende Papierhandtücher, kein warmes Wasser, teilweise keine Waschbecken in den Klassenräumen. Außerdem nur einen einfachen Mundschutz für die Lehrkräfte, die aber dafür verantwortlich sind, sich um Schülerinnen und Schüler zu kümmern. Auch wenn dies bedeutet, mal Erste Hilfe zu leisten“, betont Bousonville. „Dies ist ein katastrophales Gesamtbild.“ Außerdem seien Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler für die Säuberung der Einrichtungsgegenstände verantwortlich: „Während dies in sensiblen Bereichen mit Schutzausrüstung gemacht wird, ist an solche im Klassenraum nicht zu denken.“ Der Main-Kinzig-Kreis müsse hier dringend nachbessern: „Es entsteht der Eindruck, als gehe es primär darum, die Schulen schnellstmöglich zu öffnen, statt einen sicheren Schulalltag zu garantieren“, so Bousonville. „Dabei ist es schon seit Wochen bekannt, dass die Schulen schrittweise wieder geöffnet werden. Trotzdem wurden von Seiten des Kreises keine entsprechenden Voraussetzungen geschaffen, sondern die Schulleitungen müssen in Eigenregie Desinfektionsmittel, Seite oder Schutzmasken bestellen.“ Der Schritt, die Grundschulen weiterhin geschlossen zu lassen, sei deswegen zu begrüßen.

Woher die zusätzlichen Lehrkräfte geholt werden sollen, um die aufgeteilten Klassen zu unterrichten, sei ebenfalls nicht sicher: „Viele Lehrkräfte dürfen nicht unterrichten, da sie zu Risikogruppen gehören.“
Bousonville appelliert an den Landrat sowie den Schuldezernenten Winfried Ottmann, hier mit Weitsicht zu handeln: „Während es bei Schulschließungen dem Landrat nicht schnell genug gehen konnte, sollen nun unter fragwürdigen Bedingungen die Schulen wieder geöffnet werden, dies passt argumentativ nicht zusammen. Der Kreis hat hier seine Hausaufgaben nicht gemacht. Dies muss er einsehen und im Gegensatz zu anderen Landkreisen die Schulen eben noch geschlossen halten, bis die Versäumnisse aufgearbeitet sind.“ Dies wäre ein Zeichen von Vernunft und Weitsicht, seine Fehler einzugestehen und Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern keinem unnötigen Risiko auszusetzen: „Die Sicherheit aller Agierenden muss in diesen Zeiten immer vor politischer Profilierung stehen“, so Bousonville abschließend.

 

Mit freundlichem Gruß

Jakob Mähler
Geschäftsführer
Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN Main-Kinzig
Calvinstraße 10, 63450 Hanau, Telefon: 06181/61596
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