05.05.2017

Bärendienst für die Kultur

Entscheidung im Kreistag: Bärendienst für die Kultur

„Jede Medaille hat zwei Seiten“, sagt Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen Main-Kinzig. Die mehrheitliche Verabschiedung des CDU-Antrags auf der Kreistagssitzung zur Wächtersbacher Sommerbühne am Freitag, wird nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden der Grünen dazu führen, dass es überhaupt keine Sommerbühne im MKK für die kulturtreibenden Vereine geben wird. Damit hätten die Kreistagsabgeordneten der Mehrheit den Kulturtreibenden einen Bärendienst erwiesen.

Des Weiteren übt Bousonville deutliche Kritik: „Wir haben bewusst gegen den Antrag der CDU gestimmt. Nicht aus fraktioneller Sicht, sondern auf Grundlage zahlreicher Gespräche, die wir in den vergangenen Wochen geführt haben.“ Erst vergangenen Dienstag traf sich die Kreistagsfraktion der Grünen mit Dr. Eberhard Wetzel, dem Vorsitzenden des Fördervereines Schloss und Park sowie mit Klaus Ritter vom Chorverband Main-Kinzig, Jens Weismantel vom Hessischen Musikverband und Vertretern der Wächtersbacher Grünen. „Dort haben wir direkt vor Ort über die Sommerbühne diskutiert und einerseits die Notwendigkeit einer solchen Bühne glaubwürdig durch die Kulturtreibenden dargestellt bekommen, andererseits aber auch die Ablehnung einer solchen Sommerbühne im Bereich des Schlossparks durch die örtlichen Grünen als auch des Altstadtfördervereins.“

Deswegen habe die Fraktion in ihrem Änderungsantrag weiterhin die Stadt Wächtersbach aufgeführt, „aber jegliche Formulierungen, die die Stadt Wächtersbach zu einem Standort zwingen und somit gegen die schützenswerte kommunalen Selbstverwaltungsautonomie sprechen, herausgestrichen.“ Kritik am Abstimmungsverhältnis versteht Bousonville nicht: „Wir haben für die Kulturtreibenden gekämpft und dennoch die Interessen der Wächtersbacher Bevölkerung wahren wollen.“ Nun bestehe die Gefahr, dass mit dem Antrag der CDU keine Sommerbühne mehr gebaut werde: „Eine offene Standortsuche ist ein langes Verfahren. Hier sind zunächst die nötigen Kompetenzen abzuklären. Antworten gibt der Antrag hierauf nicht. Eine Sommerbühne wäre jetzt, bei einer guten Haushaltslage, eine Chance für die Kultur im Kreis gewesen. Ebenso schreibt die CDU in ihrem Antrag, das ein Bedarf einer solchen Kulturstätte erst zu ermitteln sei.“

Eine weitere Gefahr für eine Konkretisierung sieht Bousonville bei den anderen Fraktionen: „Aus den Reihen der FDP kamen beispielsweise vehemente Forderungen zum sofortigen Planungsstopp der Sommerbühne und deren Sinn wurde wiederholt in Frage gestellt. Es ist unglaubhaft, dass sich deren Meinung nach der Abstimmung um 180 Grad wendet und sie nun gemeinsam mit der CDU zu einer Realisierung der Sommerbühne, egal an welchem Standort im Kreis, beitragen. “

 



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