10.04.2017

Bousonville zu Fluglärm: "Lärmschutz wird in Wiesbaden ernst genommen"

Versäumnisse der Bundespolitik

Bousonville: „In Wiesbaden wird Lärmschutz ernst genommen.“

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen Main-Kinzig, Reiner Bousonville, fordert die Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Susanne Simmler, auf, in Sachen Fluglärm auch den Kontakt zur Bundesregierung in Berlin zu suchen. Die Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises monierte in einer Pressemitteilung fehlende konkrete Pläne des Hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir in Sachen Fluglärm. Dazu stellt Bousonville klar: „Die Ursachen sind unter anderem auch in Berlin zu suchen, hier hat die SPD sicher einen besseren Zugang als B90/ die Grünen“. Rückblick: Nach Erhebung von Flugmess-Daten, die eine Erhöhung des Fluglärms in Erlensee und Rodenbach seit dem „Lärmpausenmodell“ zeigen sollen, trafen sich die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und die Bürgermeister Erlensees und Rodenbachs, Stefan Erb und Klaus Schejna (alle SPD), zu einem Gespräch im Ministerium. Im laut Simmler „enttäuschenden“ Gespräch – laut Al Wazir war sie ja nicht dabei - sei unterstellt worden, es gebe keine Belastung. „Den „schwarzen Peter“ aber jetzt einfach nach Wiesbaden zu Tarek Al-Wazir schieben zu wollen, ist platt“, meint Bousonville: „Zwischen 2000 und 2007 haben CDU, FDP und auch die SPD den Ausbau des Flughafens Frankfurt durchgesetzt. Sich nun gegen den Fluglärm auszusprechen ist zwar richtig, auch wenn die SPD Hessen für die Erhöhung des Fluglärms mitverantwortlich war. In Sachen ‚Fluglärmschutzgesetz‘ sollte sich Susanne Simmler aber auch an ihre Bundespartei wenden, die hier mit in der Verantwortung steht.“ Die Grünen würden auf Landesebene eine Erbschuld aus der vorherigen Regierung tragen, „dabei wird erstmals Lärmschutz ernst genommen“. Das Ministerium in Wiesbaden sei „nicht mehr nur ein Ausbau-, sondern auch ein Lärmschutzministerium“, so der Fraktionsvorsitzende. Unter den Grünen sei in Hessen in Sachen Fluglärm einiges bewegt worden, „beispielsweise durch die Einführung von Lärmpausen als Ergänzung zum Nachtflugverbot. Zwischen 22 und 23 Uhr sowie zwischen 5 und 6 Uhr werden unterschiedliche Start- und Landebahnen nicht genutzt. Außerdem wurde der lärmabhängige Entgeltanteil angehoben. Das bedeutet, dass lautere Flugzeuge deutlich mehr zahlen müssen als leisere.“ Zusätzlich sei der Gleitwinkel auf 3,2 Grad erhöht worden, dies senke die Lärmbelastung an beiden Enden der Landebahn Nordwest. „Derzeit arbeiten die Grünen auf Landesebene an einer Lärmobergrenze. Diese ist bereits im Jahr 2000 beschlossen worden, jedoch wurden weiter die Wünsche der Luftverkehrswirtschaft berücksichtigt. Die Einführung einer Lärmobergrenze sorgt für eine Bekämpfung des Lärms an der Quelle – dem Flugzeug. Die Landesregierung dreht an jeder Stellschraube, um den Schallschutz zu verbessern.“ Der Aussage Susanne Simmlers, für die Menschen im MKK gelte dass „Prinzip Hoffnung“, sollte die zuständige Dezernentin zum Thema „Lärmschutz und Fluglärm“ Taten auf allen politischen Ebenen folgen lassen, so Bousonville abschließend: „Wenn wir etwas für die Bevölkerung tun wollen, sollte jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten agieren. Wir werden uns dafür bei unseren Parteifreunden in Wiesbaden einsetzen, die SPD sollte das gleiche in Berlin tun, damit sich unsere Hoffnung auf einen besseren Lärmschutz erfüllt.“ 

Mit freundlichem Gruß 
Jakob Mähler 
Geschäftsführer Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN Main-Kinzig 
Calvinstraße 10, 63450 Hanau 
Telefon: 06181/61596 
E-Mail: fraktion@gruene-mkk.de  

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