04.11.2016

GRÜNE knüpfen an Überlegungen für Pumpspeicherkraftwerk bei Ahl an

Die Grüne Fraktion nimmt das Interview der Gelnhäuser Neue Zeitung mit dem Geschäftsführer des Wasserverbands Kinzig, Holger Scheffler, über absehbare Folgen des Klimawandels im Main-Kinzig-Kreis zum Anlass, an Überlegungen zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks bei Ahl anzuknüpfen. Fraktionsvorsitzender Reiner Bousonville sieht in der von Scheffler skizzierten Anhäufung von Trockenperioden und Unwetterereignissen weitere gute Gründe, die Themen Klimawandel und Hochwasserschutz in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen und zu diesem Zweck alle Möglichkeiten einer Realisierung eines Pumpspeicherkraftwerks sorgfältig zu prüfen.

 

„Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks darf nicht allein nach wirtschaftlichen Aspekten bewertet werden, sondern muss in erster Linie als Maßnahme für den Hochwasser- und Artenschutz verstanden werden. Ein Pumpspeicherkraftwerk kann wesentlich zum Hochwasserschutz vor Ort beitragen. Wer Klimaschutz und die Energiewende will, braucht eine positive Grundhaltung, dass anstehende Probleme gelöst werden können. So muss überlegt werden, ob die zweifellos hohe Investitionssumme für den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks auch aus Mitteln für den Hochwasserschutz gespeist werden kann. Wir wollen die Chancen zur Umsetzung eines solchen Zukunftsprojekts nutzen. Ein Pumpspeicherkraftwerk wäre eine Investition für drei bis vier Generationen“, so der Grüne.

 

„Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks würde sich im Main-Kinzig-Kreis positiv auf den Hochwasserschutz wie auch auf die Entwicklung der erneuerbaren Energien auswirken. Für einen Umstieg auf erneuerbare Energien werden mehr Speicherkapazitäten benötigt. Die Energieproduktion aus Wind- und Solarenergie wird dadurch gekennzeichnet, dass es an sehr windigen oder sonnigen Tagen zu Stromspitzen kommt. Diese lassen sich mit Speicherkraftwerken sinnvoll nutzen. Wer es mit der Umsetzung der Energiewende ernst meint, muss eine Lösung für die Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Energien finden. Im Main-Kinzig-Kreis sind grundsätzlich alle Voraussetzungen gegeben, eine solche Lösung zu verwirklichen. Mit dem Bau eines Pumpspeicherkraftwerks am Stausee Ahl könnte Strom mit einem hohen Wirkungsgrad gespeichert werden“, erläutert Bousonville. Die Stabilisierung des Stromnetzes durch ein Pumpspeicherkraftwerk beim Stausee Kinzig wirke sich vornehmlich regional aus, so der Grüne. Davon hätten auch regionale Energieversorger, die auf erneuerbare Energien setzen, einen Vorteil.

 

Bousonville fordert alle politischen Kräfte im Main-Kinzig-Kreis auf, sich auf Basis der vorliegenden Machbarkeitsstudie und in Zusammenarbeit mit den Energieversorgern alle Möglichkeiten der Realisierung eines Pumpspeicherkraftwerks bei Ahl zu prüfen. „Ein modernes Pumpspeicherkraftwerk hat durchaus Potenzial, zu einem Eckpfeiler des Hochwasserschutzes und der Energiewende in der Region zu werden. Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks erfordert zweifellos eine hohe Investition. Nach ersten Berechnungen muss mit einer Summe von 180 Millionen gerechnet werden. Eine Finanzierung stellt damit eine große Herausforderung dar. Sie muss auf solide und mehrere tragende Säulen gestellt werden. Eine gemeinsame Finanzierung von Bund, Land und Kreis wäre hier der richtig Ansatz“, so Bousonville.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Christina Schmidt

Geschäftsführerin

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