17.03.2016

GRÜNE: Bundesverkehrswegeplan: Ja, aber…wo bleibt die Nordmainische S-Bahn?

 

Der lang erwartete Bundesverkehrswegeplan wurde am 16. März der Öffentlichkeit  im Entwurf vorgestellt. „Obwohl Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis den Bau der Nordmainischen S-Bahn zwischen Hanau, Maintal und Frankfurt schon lange fordern, wird dieses für den Osten des Rhein-Main-Gebiets so wichtige Projekt lediglich als „potentieller Bedarf“ beschrieben“, bedauert Reiner Bousonville, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Main-Kinzig-Kreis, die in seinen Augen halbherzige Formulierung. „Immerhin wird die „Engpassbeseitigung Großknoten Frankfurt“ – und hier zählt die Nordmainische S-Bahn dazu – als vordringlicher Bedarf bezeichnet. Die Einzelmaßnahmen müssen in der Folge einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden. Besser wäre es, die Nordmainische S-Bahn würde als eigenständiges Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, denn die Wirtschaftlichkeit und vor allem die Notwendigkeit für die Menschen im Westen des Main-Kinzig-Kreises steht für die Main-Kinzig-Grünen außer Frage.“


Auffällig finden die Grünen die große Zahl von Projekten in Bayern, dem Heimatland von Verkehrsminister Dobrindt und seines Vorgängers im Amt, Ramsauer. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, kommentiert Bousonville dieses Ungleichgewicht.  Darüber hinaus bemängeln die Grünen die Bevorzugung der Straße vor der Schiene. „Während der Minister weitere Fahrstreifen an Autobahnen plant, brechen bei der Bahn wegen des nachlassenden Güterverkehrs die Gewinne ein. Gerade heute hat die Bahn einen Verlust in Höhe von 1,3 Milliarden in 2015 bekanntgeben müssen, unter anderem bedingt durch einen Rückgang im Güterverkehr um 4,3 Prozent“, so Bousonville.  Die Verlagerung des Güterfernverkehrs auf die Straße belaste darüber hinaus auch die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden: „Jeder LKW kommt irgendwann von der Autobahn in die Stadt und führt mit seinen Emissionen an Feinstaub und Klimagasen zu zusätzlichen Belastungen“, argumentiert der Fraktionschef. Auch mit Blick auf den Güterverkehr hält die Ökopartei den Bau der Nordmainischen S-Bahn für unabdingbar. Durch den Bau zweier weiterer Gleise würde nicht nur eine zuverlässige und schnelle Verbindung nach Frankfurt geschaffen, sondern darüber hinaus auch zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr geschaffen. Mit dem Bau der „Nordmainischen“ können also mehrere Verkehrsprobleme im östlichen Rhein-Main-Gebiet gleichzeitig angegangen werden: Verlagerung von Individual- und Güterverkehr von der Straße auf die Schiene, die Schaffung eines zuverlässigen, attraktiven und modernen ÖPNV-Angebots und letztlich auch eine Verbesserung der Lebensqualität auch für die in Frankfurt lebenden Bürgerinnen und Bürger. „ Wir fordern daher weiter mit Nachdruck eine schnellstmögliche Realisierung des Projekts und werden uns weiter bei allen Beteiligten dafür stark machen“, erklärt Reiner Bousonville abschließend.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Holger Saß

Stv. Fraktionsvorsitzender

Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN Main-Kinzig

Schützenstraße 33, 63450 Hanau, Telefon: 06181/61596

 



zurück

URL:https://gruene-main-kinzig.de/kreistagsfraktion/pressemitteilungen-aktuell/expand/607290/nc/1/dn/1/