10.04.2018

Fraktion: Massensterben von Amphibien verhindern

GRÜNE Kreistagsfraktion stellt Dringlichkeitsantrag zur Temporeduzierung

Schätzungsweise eine Million Amphibien sterben jedes Jahr durch Autos auf den Straßen in Hessen, darunter zigtausende auch im Main-Kinzig-Kreis: „Dagegen muss nun schnell und effektiv etwas unternommen werden“, sagt der umweltpolitische Sprecher der Grünen Kreistagsfraktion, Bernd Wietzorek. Deswegen stellt die Fraktion einen Dringlichkeitsantrag zum Kreistag am 13. April, die von der Amphibienwanderung betroffenen Kreisstraßen auf Tempo 30 zu reduzieren.

Auf Grund der kalten Witterungsverhältnisse beginnt die Amphibienwanderung in diesem Jahr erst besonders spät: „Die Amphibien wie Erdkröten, Gras- und Springfrösche, Feuersalamander oder Berg-, Teich- und Kammmolche wandern erst bei warmen Nächten über fünf Grad Celsius, am besten bei leichtem Niederschlag“, berichtet Dominik Heinz von der NABU Hessen.

„Dies macht es für Autofahrer fast unmöglich, rechtzeitig zu reagieren. Zwar sind an den besonders betroffenen Kreisstraßen entsprechenden Hinweisschilder angebracht, jedoch wird das Tempo nicht reduziert“, bemängelt Wietzorek. Bei Tempo 70 oder Tempo 100 tritt zudem noch ein weiteres Phänomen auf: „Wenn die Amphibien von den Autos nicht überfahren werden, werden sie bei den hohen Geschwindigkeiten dennoch getötet.“ Durch den Strömungsdruck der vorbeifahrenden Autos platzen die inneren Organe der Amphibien: „Dies gilt auch für die Tiere, die neben der Fahrbahn in den Gräsern sitzen.“

Die Zahlen seien alarmierend. „Ohne die Hilfe der NABU-Aktiven würden jedes Jahr bis zu 30 Prozent der Tiere überfahren“, berichtet auch Franz-Josef Jobst, der Vorsitzende der NABU Main-Kinzig: „Wir raten den Autofahrern dazu, die betroffenen Strecken in dieser Zeit komplett zu meiden.“ Weitere Amphibienzäune seien auch nicht zielführend: „Für den vermehrt im Kreis auftretende Waschbär sind die vor dem Zaun sitzenden Amphibien eine leichte Beute.“

„Auf Grund der Gegebenheiten ist nur eine starke Reduzierung der Geschwindigkeit sowie eine Aufklärung der Bevölkerung der richtige Weg“, appelliert Wietzorek an den Kreistag, der Dringlichkeit und dem Antrag am 13. April zuzustimmen: „Wir sprechen direkt den Landrat als Verkehrsdezernenten an, welcher gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde ohne großen Aufwand mit Schildern für Tempo 30 das Massensterben effektiv verringern kann.“ Dies sei auch eine Überlegung für die kommenden Jahre: „Der Main-Kinzig-Kreis kann sich hier als Landkreis mit Weitsicht im Bereich des Tierschutzes präsentieren.“

 

Mit freundlichem Gruß

Jakob Mähler
Geschäftsführer
Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN Main-Kinzig
Calvinstraße 10, 63450 Hanau, Telefon: 06181/61596
E-Mail: fraktion@gruene-mkk.de, Website: www.gruene-mkk.de

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